Der Growtag ist die Anzahl der Tage, die deine Pflanze seit dem Keimen zählt – Tag 1 ist der Tag, an dem das Würzelchen aus dem Samen brach. Gib dieses Datum in den Rechner unten ein, und du siehst sofort, in welcher Phase dein Grow steckt und welcher Pflegeschritt als Nächstes ansteht: Düngung, Lichtumstellung oder Ernteplanung.
So nutzt du den Growrechner
Der Rechner braucht nur ein einziges Datum und rechnet dir daraus den aktuellen Growtag aus. Zwei Schritte:
- Startdatum eingeben: Wähle den Tag, an dem die Keimung sichtbar war – also als die erste Wurzelspitze (die Pfahlwurzel) aus dem Samen kam. Das ist der sauberste Nullpunkt für den Lebenszyklus.
- Auf „Berechnen“ klicken: Der Rechner zählt die Tage bis heute und zeigt dir den Growtag. Den notierst du dir am besten im Grow-Tagebuch, dann musst du nie wieder rückwärts rechnen.
[grow_rechner]
Kennst du das genaue Keimdatum nicht mehr, nimm den Tag, an dem du den Samen ins Keimmedium gelegt hast, und zieh zwei bis drei Tage ab – das liegt nah genug dran, um die Phasen sinnvoll zu planen.
Welches Datum ist eigentlich Tag 1?
Hier vertun sich viele, deshalb kurz zur Abgrenzung. Tag 1 ist der Keimtag, nicht der Tag, an dem die ersten echten Blätter erscheinen, und auch nicht der Tag, an dem du den Samen ins Wasser gelegt hast. Sobald die Wurzelspitze sichtbar ist und du den Keimling in die Erde setzt, läuft die Uhr.
Bei Stecklingen zählst du ab dem Tag, an dem die Bewurzelung steht – also wenn der Klon eigene Wurzeln gebildet hat und ins erste Substrat umzieht. Eine Mutterpflanze hat keinen sinnvollen Growtag, die läuft dauerhaft in der Vegetation.
Die Phasen im Überblick – welcher Growtag bedeutet was
Der Growtag ist nur dann nützlich, wenn du weißt, welche Phase dahintersteckt. Diese Spannen gelten für den Indoor-Anbau mit photoperiodischen Sorten – also den klassischen Grow im Zelt, bei dem du den Lichtzyklus selbst steuerst:
| Phase | Growtag (ca.) | Dauer | Worauf es ankommt |
|---|---|---|---|
| Keimung | Tag 1–7 | 3–10 Tage | feucht, warm, kaum Licht nötig |
| Sämling | Tag 7–21 | 1–3 Wochen | schwaches Licht, wenig Wasser, keine Düngung |
| Vegetation | ab ~Tag 21 | 3–8 Wochen (du bestimmst) | 18/6-Licht, Stickstoff, Training (LST) |
| Blüte | nach dem 12/12-Flip | 8–12 Wochen | Phosphor/Kalium hoch, Feuchte runter |
Wichtig: Die Vegetationsphase hat keine feste Länge. Du entscheidest selbst, wann du auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit umstellst und damit die Blüte auslöst. Genau deshalb ist der absolute Growtag in der Blüte weniger aussagekräftig als der Tag seit dem Flip – dazu gleich mehr.
Was du an welchem Growtag tust
Der Rechner sagt dir den Tag, die folgenden Meilensteine sagen dir, was zu tun ist:
- Tag 1–21 (Keimung & Sämling): Substrat nur leicht feucht halten, Staunässe vermeiden. Licht moderat, noch nicht volle Leistung. Finger weg vom Dünger – die Reserven aus dem Samen reichen.
- Vegetation (18/6): Jetzt steigt der Nährstoffbedarf, stickstoffbetont düngen für Blattmasse. Beste Zeit für Low-Stress-Training und das Entfernen unterer, schattiger Triebe.
- Blüte-Flip (auf 12/12): Dünger umstellen – Stickstoff runter, Phosphor und Kalium rauf. Luftfeuchte ab jetzt schrittweise senken, spätestens in der zweiten Hälfte unter 50 Prozent, sonst droht Blütenfäule.
- Letzte Wochen: Reife an den Trichomen prüfen, nicht am Kalender. Milchig-trübe Trichome mit ersten bernsteinfarbenen sind das Erntesignal.
Wenn der Growtag nicht zur Pflanze passt
Drei Fälle, in denen die Tageszahl allein täuscht:
- Autoflower: Selbstblühende Sorten ignorieren den Lichtzyklus und gehen von selbst in die Blüte – meist um Woche 3 bis 4. Der gesamte Zyklus von Keimung bis Ernte dauert oft nur 10 bis 12 Wochen. Bei ihnen ist der Growtag ab Keimung tatsächlich der beste Anker, weil du die Blüte nicht selbst auslöst.
- Photoperiodische Sorten in der Blüte: Hier zählt nicht der Growtag ab Keimung, sondern der Blütetag ab dem 12/12-Flip. Notier dir das Flip-Datum getrennt – daran hängt das Erntefenster. Bei meinem letzten Grow im Zelt hatte ich den Flip nicht sauber notiert und in Woche sieben einfach drauflosgeschätzt; die Trichome waren noch glasklar, ich hätte fast zu früh geschnitten. Seitdem steht das Flip-Datum als Erstes im Tagebuch.
- Sortenstreuung: Eine Indica-dominante Sorte ist oft nach 8 Wochen Blüte fertig, manche Sativas brauchen 11 oder 12. Der Growtag gibt die Richtung, das Züchter-Datenblatt und die Trichome geben das Detail.
Warum Tage zählen besser ist als Wochen schätzen
Pflanzen richten ihren Stoffwechsel nach Lichtsignal und Alter aus, nicht nach deinem Bauchgefühl. Ein Düngerwechsel oder Lichtflip zur falschen Zeit kostet Ertrag oder löst Stress aus. Wer den Growtag kennt, plant Nährstoffe, Lichtzyklus und Erntefenster vorausschauend statt reaktiv – und sieht im Tagebuch beim nächsten Mal sofort, was beim letzten Grow zu welchem Zeitpunkt funktioniert hat. Genau diese Wiederholbarkeit macht aus Glückstreffern reproduzierbare Ergebnisse.
Häufige Fragen
Was ist der Growtag bei Cannabis?
Der Growtag ist die Anzahl der Tage, die deine Pflanze seit dem Keimen zählt. Tag 1 ist der Tag, an dem die erste Wurzelspitze aus dem Samen kam. Daran orientierst du Phasen und Pflegeschritte.
Ab welchem Tag zähle ich den Grow?
Ab dem Keimtag – also wenn die Pfahlwurzel sichtbar ist und der Keimling in die Erde kommt. Nicht ab dem Tag, an dem du den Samen ins Wasser gelegt hast, und nicht ab den ersten echten Blättern.
Wie lange dauert ein Cannabis-Grow von Samen bis Ernte?
Indoor mit photoperiodischen Sorten meist 14 bis 20 Wochen: rund 1 Woche Keimung, 1–3 Wochen Sämling, 3–8 Wochen Vegetation und 8–12 Wochen Blüte. Autoflower sind oft in 10 bis 12 Wochen fertig.
Zählt der Growtag bei Autoflowern anders?
Bei Autoflowern ist der Growtag ab Keimung der beste Anker, weil sie die Blüte selbst auslösen (meist Woche 3–4) und nicht auf einen 12/12-Lichtwechsel warten.
Wann stelle ich von 18/6 auf 12/12 um?
Sobald die Pflanze die gewünschte Größe hat – die Vegetationsphase hat keine feste Länge. Plane ein, dass sich die Höhe nach dem Flip noch ungefähr verdoppeln kann (Streckung).




