Cannabis-Stecklinge klonen: Anleitung in 7 Schritten

Frisch geschnittener Cannabis-Steckling wird zum Bewurzeln in einen feuchten Steinwollwürfel im Mini-Gewächshaus gesetzt

Cannabis klonen heißt, einen 10–15 cm langen Trieb der Mutterpflanze mit sauberer Klinge im 45-Grad-Winkel unter einem Knoten abzuschneiden, ihn in Wurzelhormon zu tauchen und in feuchte Steinwolle zu setzen. Bei 22–25 °C, 70–80 % Luftfeuchte und schwachem 18/6-Licht bilden sich nach 7–14 Tagen Wurzeln – das Ergebnis ist ein genetisch identischer, garantiert weiblicher Klon.

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Ein Klon ist also kein neuer Zufall aus dem Samentütchen, sondern eine exakte Kopie einer Pflanze, die du schon kennst: gleiche Wuchsform, gleiches Aroma, gleiche Blütezeit – und kein Risiko, dass dir mitten in der Blüte ein Männchen das Zelt sprengt. Genau deshalb ist Klonen die zuverlässigste Methode, eine gute Genetik über mehrere Grows zu behalten.

Wann sich Klonen lohnt – und was der Rechtsrahmen erlaubt

Klonen ist sinnvoll, wenn du eine Pflanze hast, deren Eigenschaften du erhalten willst: eine besonders harzige Phänotyp-Variante, eine kompakte Sorte fürs kleine Zelt oder einfach ein Exemplar, das in deinem Setup zuverlässig liefert. Du sparst dir das Geld für neue Samen und die Unsicherheit, ob aus dem Korn überhaupt etwas Brauchbares wird.

Wichtig für den legalen Eigenanbau in Deutschland: Nach dem Konsumcannabisgesetz (CanG, seit 01.04.2024) sind im eigenen Zuhause maximal drei blühfähige Pflanzen pro erwachsener Person erlaubt. Eine Mutterpflanze, die du dauerhaft in der Wachstumsphase hältst, zählt genauso mit wie jeder bewurzelte Klon. Drei kräftige Pflanzen plus Mutter sind also bereits zu viel – plane deine Stecklingsmenge so, dass du die Grenze nicht überschreitest. Handel und Weitergabe sind ohnehin tabu.

Das brauchst du

  • Gesunde Mutterpflanze in der vegetativen Phase (nicht in der Blüte, nicht älter als rund ein halbes Jahr) – idealerweise 24 Stunden vor dem Schnitt einmal gut gewässert.
  • Scharfe, sterile Klinge: Skalpell oder frische Rasierklinge, vorher mit Alkohol desinfiziert. Keine Gartenschere – sie quetscht den Stängel.
  • Wurzelhormon als Gel oder Pulver (beschleunigt, ist aber kein Muss).
  • Anzuchtmedium: Steinwollwürfel, leichte Anzuchterde mit Perlite oder ein Glas Wasser.
  • Mini-Gewächshaus / Anzuchtdome mit Lüftungsöffnungen.
  • Sprühflasche, pH-Messgerät und schwaches Licht (CFL, T8-Röhre oder gedimmte LED).

Welches Medium passt, hängt vom Setup ab:

MediumVorteilWorauf achten
Steinwollehält Feuchte gleichmäßig, hohe ErfolgsquoteWürfel 2–3 h in pH-5,5-Wasser (EC 0,4–0,8) vorwässern
Anzuchterde + Perlitedirekt weiterkultivierbar, kein Umzugsschocknur leichte, ungedüngte Erde verwenden
Wasserglasgünstig, Wurzelbildung sichtbarchlorfreies Wasser pH 5,8–6,0, alle 2–3 Tage wechseln

Stecklinge schneiden & bewurzeln: Schritt für Schritt

  1. Trieb auswählen: Nimm einen kräftigen Seitentrieb mit mindestens zwei bis drei Blattknoten, etwa 10–15 cm lang. Untere Triebe wurzeln oft etwas leichter.
  2. Schräg schneiden: Setze den Schnitt mit der sterilen Klinge im 45-Grad-Winkel direkt unter einem Knoten an. Die schräge Fläche vergrößert die spätere Wurzelzone.
  3. Blätter reduzieren: Entferne die unteren Blätter und kürze die Spitzen der verbleibenden großen Blätter um etwa ein Drittel – das senkt die Verdunstung, solange noch keine Wurzeln versorgen.
  4. Hormon auftragen: Tauche das untere Stängelende kurz in Bewurzelungsgel oder -pulver. Überschuss leicht abstreifen.
  5. Einsetzen: Stecke den Steckling in den vorbereiteten Steinwollwürfel, in die feuchte Erde oder ins Wasserglas. In festem Medium das Stängelloch leicht andrücken.
  6. Klima geben: Stell die Stecklinge unter den Dome bei 22–25 °C und 70–80 % Luftfeuchte, Licht 18 Stunden an / 6 aus, schwach dosiert (ca. 100–250 µmol/m²/s). Täglich kurz lüften und die Blätter fein einsprühen statt das Medium zu ertränken.
  7. Wurzeln abwarten: Nach 7–14 Tagen zeigen sich die ersten Wurzeln. Sind sie 3–5 cm lang, ist der Klon eine eigenständige Jungpflanze und kann vorsichtig umgetopft werden – Luftfeuchte dann über ein paar Tage langsam absenken.

Häufige Fragen

Wie lange brauchen Cannabis-Stecklinge zum Bewurzeln?

In der Regel 7 bis 14 Tage. Sobald die Wurzeln 3–5 cm lang sind, ist der Klon umtopfreif. Temperatur (22–25 °C) und hohe Luftfeuchte beschleunigen den Prozess; zu kalte Wurzelzonen verzögern ihn deutlich.

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Brauche ich zwingend Wurzelhormon?

Nein. Wurzelhormon erhöht die Erfolgsquote und beschleunigt die Wurzelbildung, ist aber kein Muss. Ohne Hormon dauert es meist ein paar Tage länger, bis die ersten Wurzeln erscheinen.

Sind Klone immer weiblich?

Ja. Ein Klon trägt dieselbe DNA wie die Mutterpflanze. Schneidest du von einer weiblichen Pflanze, ist auch der Steckling garantiert weiblich – das Männchen-Risiko aus Samen entfällt komplett.

Kann ich Stecklinge auch in Wasser bewurzeln?

Ja. Stell den Steckling in chlorfreies Wasser mit pH 5,8–6,0 und wechsle es alle 2–3 Tage. Der Vorteil: Du siehst die Wurzeln wachsen. Danach vorsichtig in Erde oder Substrat umsetzen.

Zählen Stecklinge zur erlaubten Pflanzenzahl?

Sobald ein Klon bewurzelt ist, zählt er wie eine Pflanze. In Deutschland sind nach dem CanG maximal drei Pflanzen pro Erwachsenem im Eigenanbau erlaubt – eine Mutterpflanze zählt zusätzlich mit.

Hintergrund: Warum aus einem Trieb Wurzeln werden

Cannabis-Zellen sind in jungen Trieben noch teilungsfreudig genug, um sich neue Aufgaben zuzuteilen – aus Stängelgewebe können sich also Wurzeln bilden. Den Anstoß geben Pflanzenhormone, vor allem Auxine, die sich an der Schnittstelle sammeln. Genau dort setzt das Bewurzelungsmittel an: Es liefert zusätzliche Auxine und treibt die Wurzelbildung an. Der schräge Schnitt unter einem Knoten hilft doppelt – die Knoten enthalten besonders viel teilungsfähiges Gewebe, und die größere Schnittfläche bietet mehr Ansatzpunkte für neue Wurzeln. Weil der Klon dieselbe DNA wie die Mutter trägt, ist er garantiert weiblich und verhält sich im Wuchs nahezu identisch.

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Marcel Meyer
# wer schreibt hier

Marcel Meyer

Zieht seine Pflanzen selbst — indoor im Growzelt, seit der Eigenanbau in Deutschland legal ist. Hier gibt es praxiserprobtes Grow-Wissen: was wirklich funktioniert und welche Fehler du dir sparen kannst. Ehrlich aus dem Zelt, ohne Mythen.

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