Gieße Cannabis nicht nach Kalender, sondern nach Topfgewicht: erst wenn sich der Topf deutlich leichter anfühlt und die oberen 2–3 cm Substrat trocken sind. Pro Durchgang gibst du etwa 20–30 % des Topfvolumens, langsam, bis unten ein leichter Ablauf erscheint. In der Vegetation ist das meist alle 2–3 Tage, in der Blüte oft täglich – aber das Gewicht entscheidet, nicht die Uhr.
Woran erkenne ich, dass meine Pflanze gießen will?
Hängende Blätter sind das bekannteste Signal – aber sie bedeuten sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser. Verlass dich deshalb nicht allein darauf, sondern auf zwei zuverlässigere Anzeichen:
- Topfgewicht: Ein durstiger Topf ist spürbar leichter als kurz nach dem Gießen. Das ist das ehrlichste Signal, weil es das Wasser im gesamten Wurzelballen misst – nicht nur an der Oberfläche.
- Finger-Test: Steck einen Finger ins Substrat – bei kleinen Töpfen 2–3 cm tief, bei großen 4–5 cm. Fühlt es sich dort trocken an und ist der Topf leicht, ist es Zeit.
Die Blattform hilft beim Unterscheiden: dünne, schlaffe, nach unten kippende Blätter bei nasser Erde deuten auf zu viel Wasser; trockene, brüchige, eingerollte Blätter bei staubtrockener, leichter Erde auf zu wenig.
So funktioniert die Topf-Gewicht-Methode Schritt für Schritt
Die Methode ersetzt das Raten durch ein Gefühl, das du in wenigen Tagen kalibrierst. Beim letzten Grow im Zelt habe ich dafür zwei gleich große Töpfe nebeneinander angehoben – einen frisch gegossen, einen drei Tage trocken. Der Unterschied im Gewicht war so deutlich, dass ich danach keine Waage mehr brauchte.
- Voll-Referenz merken: Hebe den Topf direkt nach einem gründlichen Gießen (bis leichter Ablauf) einmal an. Das ist dein „voll“-Gewicht. Eine Koffer- oder Küchenwaage macht es am Anfang exakt.
- Leicht-Referenz fühlen: Hebe einen gleich großen Topf mit trockenem Substrat an, um zu wissen, wie sich „durstig“ anfühlt.
- Täglich kurz anheben: Erst gießen, wenn der Topf sich deutlich leichter anfühlt – als Faustregel, wenn rund zwei Drittel des Gießwassers verbraucht sind.
- Mit dem Finger-Test gegenprüfen: Oben trocken plus leichtes Gewicht bestätigt den Durst. Nur leicht und oben noch feucht? Dann lieber noch warten.
- Langsam gießen: Gib etwa 20–30 % des Topfvolumens, gern in zwei Etappen mit ein paar Minuten Pause, bis unten ein leichter Ablauf erscheint. Dann stoppen.
- Ablauf entfernen: Lass die Pflanze nicht im abgelaufenen Wasser stehen – sonst saugt sie es zurück und der Wurzelraum bleibt dauernass.
Wie viel Wasser pro Gießen?
Als Richtwert gibst du pro Durchgang etwa 20–30 % des Topfvolumens, bis unten ein leichter Ablauf von rund 10–20 % entsteht. Der Ablauf zeigt, dass der ganze Ballen durchfeuchtet ist und sich keine Salze stauen.
| Topfgröße | Wasser pro Gießen (ca.) |
|---|---|
| 5 L | 1–1,5 L |
| 11 L | 2–3 L |
| 18–25 L | 3,5–6 L |
Wichtig: Das sind Startwerte. Wie schnell der Topf wieder leicht wird, hängt von Pflanzengröße, Licht, Temperatur und Luftfeuchte ab – das Gewicht bleibt der Maßstab.
Wie oft gießen? Richtwerte nach Wachstumsphase
Der Wasserbedarf steigt mit der Pflanze, weil eine größere Blattmasse mehr verdunstet. Nimm die Tabelle als groben Rahmen und entscheide die konkrete Gießung über das Topfgewicht.
| Phase | Rhythmus (Richtwert) | Menge |
|---|---|---|
| Keimling / Sämling | oberste Schicht feucht halten | wenige 100 ml, Sprühflasche |
| Vegetation | alle 2–3 Tage | steigend bis ~1 L (5-L-Topf) |
| Blüte | oft täglich | 1 L und mehr |
Bei Sämlingen ist Zurückhaltung Pflicht: Ein kleiner Wurzelballen in zu nassem Substrat ist die häufigste Ursache für Stillstand in den ersten Wochen.
Wenn das nicht klappt: über- oder unterwässert?
Wenn die Pflanze trotz „richtigem“ Gießen hängt, prüfe diese drei Punkte, bevor du an Nährstoffe denkst:
- Überwässerung (häufiger): Erde dauernass, Topf schwer, Blätter schlaff und nach unten geklappt. Gegenmaßnahme: nicht gießen, den Topf wirklich leicht werden lassen, Drainagelöcher und Untersetzer prüfen. Ein muffiger Geruch oder bräunliche, weiche Wurzeln deuten Richtung Wurzelfäule.
- Unterwässerung: Substrat staubtrocken, Topf federleicht, Blätter trocken und brüchig. Hier hilft langsames, schrittweises Wässern – bei stark ausgetrockneter Erde in mehreren kleinen Gaben, damit das Wasser nicht am Rand vorbeiläuft.
- pH und Topfgröße: Gießwasser sollte in Erde bei etwa pH 6,0–7,0 liegen, in Coco eher 5,8–6,0 – sonst nimmt die Pflanze trotz Feuchte keine Nährstoffe auf. Und ein junger Sämling in einem viel zu großen Endtopf bleibt tagelang klatschnass; lieber stufenweise umtopfen.
Warum schadet zu viel Wasser? Der Sauerstoff im Wurzelraum
Überwässerung ist eigentlich ein Sauerstoffproblem. Zwischen den Substratkrümeln sitzen Luftporen, aus denen die Wurzeln Sauerstoff ziehen. Ist die Erde dauernass, sind diese Poren mit Wasser gefüllt – die Wurzeln „ersticken“, nehmen schlechter auf und werden anfällig für Fäulniserreger.
Genau deshalb funktioniert der Nass-Trocken-Wechsel: Beim Abtrocknen wird frische Luft in den Wurzelraum gezogen, beim Gießen kommt wieder Wasser nach. Die Topf-Gewicht-Methode hält diesen Rhythmus stabil, ohne in die Extreme staubtrocken oder dauernass zu kippen.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich Cannabis gießen?
Es gibt keinen festen Tagesrhythmus. In der Vegetation reicht meist alle 2–3 Tage, in der Blüte ist oft tägliches Gießen nötig. Entscheidend ist das Topfgewicht: gieße, wenn der Topf deutlich leichter und die oberen 2–3 cm trocken sind.
Wie viel Wasser braucht eine Cannabispflanze pro Gießen?
Als Richtwert etwa 20–30 % des Topfvolumens, bis unten ein leichter Ablauf erscheint – also rund 1–1,5 L bei einem 5-L-Topf und 2–3 L bei 11 L. Die genaue Menge hängt von Pflanzengröße, Licht und Klima ab.
Was ist die Topf-Gewicht-Methode?
Du merkst dir das Gewicht des Topfes direkt nach dem Gießen und hebst ihn täglich kurz an. Erst wenn er sich deutlich leichter anfühlt – etwa wenn zwei Drittel des Wassers verbraucht sind – gießt du erneut. So vermeidest du Über- und Unterwässerung.
Woran erkenne ich Überwässerung bei Cannabis?
Typisch sind dauernass-schwere Erde, ein schwerer Topf und schlaffe, nach unten klappende Blätter. Ein muffiger Geruch oder weiche, bräunliche Wurzeln deuten auf beginnende Wurzelfäule. Dann nicht gießen, sondern den Topf erst wirklich leicht werden lassen.
Welchen pH-Wert sollte das Gießwasser haben?
In Erde liegt der ideale Bereich bei etwa pH 6,0–7,0, in Coco eher bei 5,8–6,0. Stimmt der pH nicht, kann die Pflanze trotz ausreichender Feuchte keine Nährstoffe aufnehmen.




