Cannabis gießen indoor: Wie oft & wie viel pro Topf

Hand gießt eine junge Cannabispflanze im Stofftopf im Growzelt unter LED-Licht

Gieße deine Cannabispflanzen indoor nicht nach Kalender, sondern nach dem Trocken-Nass-Zyklus: erst dann, wenn die oberen 2–3 cm Substrat trocken sind und der Topf spürbar leicht ist. Pro Durchgang gibst du etwa 20–30 % des Topfvolumens an Wasser (pH 6,0–6,5 in Erde), bis unten 10–20 % als Überschuss ablaufen. Am besten morgens, kurz nachdem die Lampe angeht.

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Wann braucht meine Pflanze wirklich Wasser?

Die häufigste Frage im Growzelt ist nicht wie viel, sondern wann. Ein fester Drei-Tage-Plan geht fast immer schief, weil Topfgröße, Substrat, Temperatur und Pflanzengröße den Verbrauch ständig verschieben. Verlasse dich deshalb auf zwei verlässliche Signale statt auf den Kalender.

  • Finger-Test: Steck einen Finger 2–3 cm tief ins Substrat. Fühlt es sich dort trocken an, ist gießen fällig. Ist es noch feucht, wartest du.
  • Gewichts-Test: Heb den Topf kurz an. Ein durchnässter Topf ist deutlich schwerer als ein abgetrockneter. Nach ein paar Durchgängen erkennst du den Unterschied blind – das ist genauer als jeder Plan.

Eine leicht durstige Pflanze lässt die Blätter etwas hängen und richtet sich nach dem Gießen innerhalb weniger Stunden wieder auf. Genau dieser Punkt – kurz bevor echter Stress entsteht – ist der ideale Gießzeitpunkt.

Richtig gießen in 5 Schritten

  1. Wasser vorbereiten: Lass das Wasser stehen, bis es Raumtemperatur (rund 20 °C) erreicht hat. Stell den pH-Wert auf 6,0–6,5 in Erde bzw. 5,8–6,1 in Coco ein – in diesem Fenster nimmt die Wurzel die Nährstoffe am besten auf.
  2. Trockenheit prüfen: Erst Finger- und Gewichts-Test, dann gießen. Nie aus Routine.
  3. Langsam und gleichmäßig gießen: Verteile das Wasser rund um den Stamm über die ganze Substratoberfläche, nicht nur an eine Stelle. So wird der komplette Wurzelballen durchfeuchtet.
  4. Auf Runoff achten: Gieße so viel, bis etwa 10–20 % unten als Überschuss ablaufen. Das spült überschüssige Salze aus und zeigt, dass der ganze Topf durchnässt ist.
  5. Untersetzer leeren: Kipp das abgelaufene Wasser nach spätestens 30 Minuten weg. Steht der Topf dauerhaft im Wasser, ersäufen die unteren Wurzeln.

Wie viel Wasser pro Topfgröße und Phase?

Als Faustregel gibst du pro Gießvorgang etwa 20–30 % des Topfvolumens. Die folgenden Werte sind Orientierung – mit dem Gewichts-Test justierst du nach.

TopfgrößeSämlingVegetationBlüte
1–3 L50–100 ml200–400 ml300–500 ml
5–7 L400–800 ml700–1.200 ml
11 L800–1.500 ml1.500–2.500 ml
20+ L1.500–2.500 ml2.500–4.000 ml

Sämlinge bekommen nur einen feinen Rand feuchten Substrats rund um den Wurzelballen – ein Sprühflasche oder ein dünner Strahl reicht. Zu viel Wasser auf einmal staucht die noch winzigen Wurzeln.

Wie oft gießen? Der Rhythmus nach Phase

Den Takt gibt nicht der Kalender vor, sondern wie schnell dein Substrat abtrocknet. Als grobe Spanne kannst du dich aber daran orientieren:

  • Sämling: sehr sparsam, eher feucht halten als gießen – meist alle 2–3 Tage ein kleiner Schluck.
  • Vegetation: alle 2–4 Tage, sobald die oberen 2–3 cm trocken sind.
  • Blüte: alle 1–3 Tage – der Wasserbedarf steigt deutlich, weil die Pflanze jetzt am meisten Masse aufbaut.

Vor allem in der Spätblüte kann der Verbrauch von einem Tag auf den anderen anziehen. Prüf in dieser Phase lieber täglich, statt am Plan festzuhalten – ein 11-L-Topf, der vorgestern noch schwer war, kann jetzt schon federleicht sein.

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Häufige Fragen

Wie oft muss ich Cannabis indoor gießen?

Nicht nach festem Plan, sondern nach dem Trocken-Nass-Zyklus: gießen, sobald die oberen 2–3 cm Substrat trocken sind und der Topf leicht ist. In der Vegetation sind das grob alle 2–4 Tage, in der Blüte alle 1–3 Tage.

Wie viel Wasser braucht eine Cannabispflanze pro Gießen?

Pro Durchgang etwa 20–30 % des Topfvolumens, bis unten 10–20 % als Überschuss ablaufen. Ein 11-L-Topf in der Blüte bekommt so rund 1,5–2,5 Liter, ein 1–3-L-Topf in der Vegetation 200–400 ml.

Welchen pH-Wert sollte das Gießwasser haben?

In Erde liegt das optimale Fenster bei pH 6,0–6,5, in Coco oder Hydro bei 5,8–6,1. In diesem Bereich kann die Wurzel die Nährstoffe am besten aufnehmen. Stell den pH-Wert nach dem Düngen ein.

Wann ist die beste Tageszeit zum Gießen?

Morgens, kurz nachdem die Lampe angeht. So nimmt die Pflanze über den aktiven Tag das meiste Wasser auf und die Oberfläche trocknet ab – das beugt Staunässe und Trauermücken vor.

Woran erkenne ich Überwässerung bei Cannabis?

Die Blätter wirken fest, dunkelgrün und krallen sich nach unten ein, das Substrat bleibt tagelang nass und riecht muffig. Setz das Gießen aus, bis der Topf wieder leicht ist, und verlängere das Trocknungsintervall.

Hintergrund: Warum der Trocken-Nass-Zyklus die Wurzeln stärkt

Wurzeln brauchen nicht nur Wasser, sondern auch Sauerstoff. In der trockenen Phase des Zyklus zieht frische Luft in die Poren des Substrats nach – das fördert kräftiges Wurzelwachstum und beugt Fäulnis vor. Bleibt das Substrat dagegen dauernd nass, verdrängt das Wasser die Luft, die Wurzeln bekommen keinen Sauerstoff und faulen mit der Zeit. Genau deshalb ist die kurze Durststrecke zwischen zwei Wassergaben kein Stress, sondern Training: Die Pflanze treibt mehr Feinwurzeln, um an die nächste Feuchtigkeit zu kommen, und steht dadurch insgesamt robuster da.

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Marcel Meyer
# wer schreibt hier

Marcel Meyer

Zieht seine Pflanzen selbst — indoor im Growzelt, seit der Eigenanbau in Deutschland legal ist. Hier gibt es praxiserprobtes Grow-Wissen: was wirklich funktioniert und welche Fehler du dir sparen kannst. Ehrlich aus dem Zelt, ohne Mythen.

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