Für dein Growzelt stellst du die Zeitschaltuhr in der Wachstumsphase auf 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6), in der Blüte auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12). Steck die Uhr zwischen Steckdose und Lampe, leg Licht-an fest (z. B. 6:00 Uhr), kontrolliere die eingestellte aktuelle Uhrzeit am Gerät und prüf am nächsten Tag, ob die Lampe wirklich zur geplanten Zeit geschaltet hat.
Welcher Lichtzyklus gehört zu welcher Phase?
Bei photoperiodischen (also normalen, nicht selbstblühenden) Pflanzen steuert die Länge der Dunkelphase, ob deine Pflanze wächst oder blüht. Deshalb ist die Zeitschaltuhr im Zelt kein Komfort, sondern das Werkzeug, mit dem du die Blüte gezielt auslöst.
| Phase | Zyklus (Licht/Dunkel) | Wofür |
|---|---|---|
| Anzucht / Sämling | 18/6 | Kräftiges Wachstum ohne Blühsignal |
| Wachstum (Vegetation) | 18/6 | Standard, simuliert einen langen Sommertag |
| Blüte | 12/12 | Löst die Blüte aus (kürzere Tage im Herbst) |
| Autoflower (ganzer Zyklus) | 18/6 oder 20/4 | Blüht altersabhängig, keine Umstellung nötig |
Autoflowering-Sorten (Autoflower) blühen unabhängig vom Lichtzyklus nach einem festen Alter. Sie brauchen die Uhr nur für einen stabilen Rhythmus, nicht für den Wechsel auf 12/12. Photoperiodische Sorten dagegen bleiben in 18/6 im Wachstum und beginnen erst nach dem Umstellen auf 12/12 mit der Blüte.
Woran du erkennst, dass die Uhr passt
Zwei Dinge entscheiden vor dem Kauf oder Einstellen: die Schaltgenauigkeit und die Belastbarkeit. Für einen sauberen 18/6- oder 12/12-Rhythmus reicht jede Uhr, die mindestens im 15-Minuten-Raster schaltet. Wichtiger ist die maximale Last: Auf der Uhr steht ein Wert in Watt oder Ampere, und die Summe aller angeschlossenen Geräte darf ihn nicht überschreiten.
- LED-Panel: meist unproblematisch, oft nur 100–300 Watt.
- NDL/Natriumdampf (HPS) mit Vorschaltgerät: Der Anlaufstrom beim Zünden liegt kurz deutlich über der Nennleistung und kann eine knapp bemessene Uhr beschädigen. Reserve einplanen und nicht mehr als ein bis zwei Leuchten pro Uhr hängen.
- Nur Licht schalten: Abluft und Umluftventilator laufen dauerhaft und gehören NICHT an dieselbe Timer-Steckdose wie das Licht.
Schritt für Schritt: mechanische Zeitschaltuhr einstellen
Die klassische Scheibenuhr mit Reitern (kleinen Zacken am Rand) ist günstig und robust. Ein Reiter steht für ein Zeitsegment von meist 15 Minuten.
- Stell die aktuelle Uhrzeit ein: Dreh die Scheibe so, dass der aufgedruckte Pfeil oder die Markierung auf der echten Uhrzeit steht. Das ist die häufigste Fehlerquelle – steht die Grundzeit falsch, schaltet alles verschoben.
- Leg deine Licht-an-Zeit fest, z. B. 6:00 Uhr. Für 18/6 läuft das Licht dann bis 0:00 Uhr; für 12/12 bis 18:00 Uhr.
- Drücke die Reiter für den Licht-an-Zeitraum in die aktive Stellung. Achtung: Ob ein heruntergedrückter Reiter AN oder AUS bedeutet, ist je nach Modell umgekehrt und steht oft nicht auf dem Gerät. Im Zweifel einmal beide Varianten kurz testen.
- Steck die Uhr in die Wandsteckdose und die Lampe in die Uhr – nicht umgekehrt.
- Kontrolle am Folgetag: Hat das Licht exakt zur geplanten Zeit geschaltet? Erst wenn ein voller Zyklus sauber lief, ist die Uhr belegt.
Schritt für Schritt: digitale Zeitschaltuhr programmieren
Digitale Uhren schalten minutengenau und erlauben mehrere Schaltpaare pro Tag. Die Menüs unterscheiden sich, das Prinzip ist gleich.
- Aktuelle Uhrzeit und Wochentag setzen (Taste „Clock/Time“). Achte auf 24-Stunden-Format statt AM/PM.
- Erstes Schaltprogramm anlegen: ON-Zeit = deine Licht-an-Zeit (z. B. 6:00), OFF-Zeit = Licht-aus. Für 18/6 also ON 6:00 / OFF 0:00, für 12/12 ON 6:00 / OFF 18:00.
- Als Wiederholung alle Wochentage (Mo–So) wählen, damit der Rhythmus täglich gleich läuft.
- Modus prüfen: Der Schalter muss auf „AUTO/Timer“ stehen, nicht auf dauerhaft „ON“ oder „OFF“ – sonst ignoriert die Uhr das Programm.
- Speichern, einstecken und am nächsten Tag den ersten Schaltvorgang gegenprüfen.
Wenn die Schaltung nicht wie geplant läuft
Wenn das Licht zur falschen Zeit an- oder ausgeht, liegt es fast immer an einer dieser Ursachen:
- Grundzeit oder Modus falsch: Bei der mechanischen Uhr steht die aktuelle Uhrzeit nicht korrekt; bei der digitalen steht der Schalter auf manuell-AN statt AUTO. Beides zuerst prüfen.
- Reiter-Logik verkehrt: Bei meinem ersten Zelt-Grow hatte ich die Segmente einer Scheibenuhr genau falsch herum belegt – die AUS-Zeit gedrückt statt der AN-Zeit. Das Licht lief zwei Tage durch, bis ich es beim Blick auf die noch nicht umgestellte Blüte gemerkt habe. Seitdem teste ich jede neue Uhr einen Tag lang, bevor ich ihr eine Charge anvertraue.
- Lichtleck trotz korrektem Timer: Die Uhr schaltet richtig, aber in der Dunkelphase fällt Licht ins Zelt. Typische Quellen sind offene Reißverschlüsse, Nähte am Zeltstoff sowie Standby-LEDs an Steckerleisten, Lüftersteuerungen oder Klima-Controllern. In der Dunkelphase das Zelt einmal von außen im dunklen Raum kontrollieren.
- Uhr wird warm oder klickt hart: Zeichen für Überlast. Wattzahl der Leuchte gegen die Belastbarkeit der Uhr rechnen und ggf. eine stärkere Uhr nehmen.
- Stromausfall: Eine mechanische Scheibenuhr läuft über den Netzstrom – fällt der Strom aus, bleibt sie stehen und schaltet danach um die Ausfalldauer versetzt. Digitale Uhren mit Batteriepufferung halten die Uhrzeit. Nach jedem Stromausfall die Grundzeit gegenchecken, besonders in der Blüte.
Hintergrund: Warum die Dunkelphase über die Blüte entscheidet
Cannabis misst nicht, wie viele Stunden Licht es bekommt, sondern wie lange die ununterbrochene Dunkelheit dauert. Dafür nutzt die Pflanze Lichtrezeptor-Proteine (Phytochrome). Überschreitet die zusammenhängende Dunkelphase etwa 12 Stunden, schaltet die Pflanze auf Blüte um und bildet Blütenhormone.
Genau deshalb ist die Dunkelphase heilig: Reißt sie in der Blüte durch einen Lichtblitz auf, kann das die Blüte verzögern, ein Zurückschlagen ins Wachstum („Re-Vegging“) auslösen oder Zwitterbildung (Hermaphroditismus mit männlichen Blüten) provozieren. Öffne das Zelt in der 12/12-Dunkelphase also möglichst nicht und verlege Pflegearbeiten in die Licht-an-Zeit.
Der oft gehörte 24/0-Zyklus im Wachstum bringt gegenüber 18/6 keinen verlässlichen Ertragsvorteil und stresst viele photoperiodische Sorten eher. Die sechs Stunden Dunkelheit sind kein verschenktes Licht, sondern Regenerationszeit – 18/6 im Wachstum und 12/12 in der Blüte bleiben die verlässliche Grundeinstellung im Zelt.
Häufige Fragen
Welcher Lichtzyklus gilt für Wachstum und Blüte?
In der Wachstumsphase 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit (18/6), in der Blüte 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12). Der Wechsel auf 12/12 löst bei photoperiodischen Sorten die Blüte aus.
Brauchen Autoflower eine Umstellung der Zeitschaltuhr?
Nein. Autoflowering-Sorten blühen altersabhängig und können den ganzen Zyklus über auf 18/6 oder 20/4 laufen. Die Uhr sorgt hier nur für einen stabilen Rhythmus, nicht für den Blühwechsel.
Was passiert, wenn in der Dunkelphase Licht ins Zelt fällt?
Ein unterbrochener Dunkelzyklus in der Blüte kann die Blüte verzögern, ein Zurückschlagen ins Wachstum (Re-Vegging) oder Zwitterbildung auslösen. Prüfe Reißverschlüsse, Nähte und Standby-LEDs von Controllern.
Mechanische oder digitale Zeitschaltuhr fürs Growzelt?
Mechanische Scheibenuhren sind günstig und robust, schalten aber nur im 15-Minuten-Raster. Digitale Uhren schalten minutengenau, erlauben mehrere Programme und halten dank Batteriepufferung die Uhrzeit bei Stromausfall.
Wie viel Watt darf an die Zeitschaltuhr angeschlossen werden?
Die Summe aller Geräte darf die auf der Uhr angegebene Maximallast in Watt oder Ampere nicht überschreiten. Bei NDL-Lampen mit Vorschaltgerät Reserve einplanen, da der Anlaufstrom kurz über der Nennleistung liegt.




