Trockengewicht vs. Nassgewicht: Wie viel Cannabis bleibt?

Digitale Waage mit frisch geernteten nassen Cannabisblüten neben einem kleineren Haufen getrockneter Buds aus einem Glas

Rechne mit rund einem Fünftel: Von 100 Gramm frisch geschnittenen Blüten bleiben nach dem Trocknen etwa 20 bis 25 Gramm übrig. Der Rest ist Wasser, das in den ersten Tagen aus der Pflanze entweicht. Als grobe Faustregel gilt Nassgewicht geteilt durch fünf – nach dem anschließenden Curing (dem Aushärten im Glas) sinkt das Gewicht noch ein paar Gramm weiter.

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Diese Zahl überrascht beim ersten Grow fast jeden. Du erntest ein volles Zelt, legst die feuchten Buds auf die Waage – und zwei Wochen später ist davon nur noch ein Bruchteil da. Das ist kein Fehler, sondern Biologie. Hier steht, welche Zahl realistisch ist, wie du sie vorab abschätzt und warum deine Rechnung manchmal trotzdem nicht aufgeht.

Nassgewicht und Trockengewicht – was genau du da wiegst

Nassgewicht ist das Gewicht der Blüten direkt nach dem Schnitt, solange sie noch prall mit Wasser gefüllt sind. Trockengewicht ist das, was nach 7 bis 14 Tagen Trocknung übrig bleibt – also das rauchbare Endprodukt. Der Unterschied ist fast reines Wasser: Frische Buds bestehen zu rund 70 bis 80 Prozent aus Feuchtigkeit.

Das Ziel beim Trocknen ist, den Wasseranteil unter 20 Prozent zu drücken; ideal sind 10 bis 15 Prozent Restfeuchte. Genau dieses verdunstende Wasser erklärt den großen Gewichtssprung. Die Cannabinoide und Terpene – also das, worauf es ankommt – bleiben dabei nahezu vollständig erhalten, weil sie beim schonenden Trocknen kaum verdampfen.

ZustandRestfeuchteAnteil vom Nassgewicht
Frisch geschnitten (nass)70–80 %100 %
Nach dem Trocknen10–15 %ca. 20–25 %
Nach dem Curing~10–12 %ca. 15–20 %

Die Spanne ist bewusst weit gehalten: Wie viel am Ende bleibt, hängt von der Sorte, der Blütendichte und davon ab, wie viel Stiel- und Blattmaterial du beim Wiegen dranlässt.

So schätzt du dein Trockengewicht richtig

  1. Nassgewicht sauber nehmen: Nur die abgeschnittenen, grob vom großen Blattwerk befreiten Buds wiegen – nicht ganze Äste mit dicken Stielen. Sonst täuscht dich das Gewicht.
  2. Faustregel anwenden: Nassgewicht ÷ 5. Aus 500 g feuchten Buds werden also grob 100 g trockene. Konservativer rechnest du mit ÷ 5 bis ÷ 4 als Spanne.
  3. Richtig trocknen: 7 bis 14 Tage hängend bei 15 bis 20 °C und 55 bis 65 Prozent relativer Luftfeuchte, dunkel und mit leichter Luftbewegung (kein direkter Ventilator auf die Buds).
  4. Trockenheit prüfen: Fertig ist es, wenn dünnere Stiele beim Biegen knacken statt sich gummiartig zu biegen. Erst dann die Buds von den Zweigen lösen und das echte Trockengewicht wiegen.
  5. Curing einplanen: 2 bis 4 Wochen in luftdichten Gläsern, täglich kurz lüften. Das Gewicht sinkt hier nur noch minimal, die Qualität steigt deutlich.

Wenn deine Rechnung nicht aufgeht

Landet dein Ergebnis weit unter dem geschätzten Fünftel, liegt es meistens an einem dieser Punkte:

  • Du hast Äste mitgewogen. Bei meinem ersten Zelt-Grow habe ich die frisch geschnittenen Zweige komplett auf die Waage gelegt, Stiele inklusive. Das Nassgewicht sah großartig aus – entsprechend brutal wirkte danach das Verhältnis, als hätte ich über 6:1 verloren. Seitdem wiege ich nur noch die abgezupften Buds, dann passt die ÷-5-Regel deutlich besser.
  • Nass- vs. Trockentrimmen: Trimmst du direkt nach der Ernte (nass), fällt viel Blattmasse schon vor dem Wiegen weg – dein Nassgewicht ist dann niedriger, das Verhältnis wirkt günstiger. Beim Trockentrimmen ist es umgekehrt.
  • Übertrocknet: Zu warm oder zu trocken gelagert zieht die Restfeuchte unter 10 Prozent. Das kostet zusätzliches Gewicht – und die Buds werden bröselig und rau im Rauch.
  • Sorte und Dichte: Dichte, harte Indica-dominierte Buds behalten anteilig mehr Substanz. Luftige Sativa-Blüten wirken voluminös, verlieren beim Trocknen aber relativ viel.
  • Zu früh geerntet: Werden die Buds vor der vollen Reife geschnitten, haben sie schlicht weniger eingelagerte Masse – das drückt das Trockengewicht zusätzlich.

Warum die Pflanze so viel Gewicht verliert

Eine lebende Cannabispflanze ist zum großen Teil Wasser – gespeichert in den Zellen von Blättern, Stielen und Blüten. Solange sie an der Wurzel hängt, wird dieses Wasser ständig nachgeliefert. In dem Moment, in dem du schneidest, ist Schluss mit Nachschub: Das eingelagerte Wasser verdunstet nun über die Blattporen und die Oberfläche, bis ein Gleichgewicht mit der Raumluft erreicht ist.

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Weil dieses Wasser den Großteil des Frischgewichts ausmacht, schrumpft die Ernte optisch wie mengenmäßig dramatisch. Was bleibt, ist das feste Pflanzengerüst samt der Trichome mit ihren Wirkstoffen. Genau deshalb sagt das Nassgewicht wenig über deinen tatsächlichen Ertrag aus – erst das Trockengewicht zählt.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent verliert Cannabis beim Trocknen?

Etwa 75 bis 80 Prozent des Frischgewichts gehen als Wasser verloren. Übrig bleiben rund 20 bis 25 Prozent des Nassgewichts als rauchbares Trockengewicht.

Wie rechne ich Nassgewicht in Trockengewicht um?

Als Faustregel: Nassgewicht geteilt durch fünf. Aus 500 g feuchten Buds werden also grob 100 g trockene. Realistisch ist eine Spanne von ÷ 4 bis ÷ 5.

Warum ist mein Trockengewicht viel niedriger als erwartet?

Meist wurden Äste und Stiele mitgewogen oder das Nassgewicht direkt nach dem Schnitt genommen. Auch Übertrocknen unter 10 Prozent Restfeuchte kostet zusätzliches Gewicht.

Verliert Cannabis beim Curing weiter Gewicht?

Ja, aber nur noch wenig. Nach dem eigentlichen Trocknen sinkt das Gewicht im Glas während des zwei- bis vierwöchigen Curings nur minimal weiter – die Qualität verbessert sich dabei deutlich.

Woran erkenne ich, dass die Buds trocken genug sind?

Wenn dünnere Stiele beim Biegen knacken statt sich gummiartig zu biegen, ist die Restfeuchte im Zielbereich von 10 bis 15 Prozent. Dann kannst du wiegen und ins Glas umziehen.

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Marcel Meyer
# wer schreibt hier

Marcel Meyer

Zieht seine Pflanzen selbst — indoor im Growzelt, seit der Eigenanbau in Deutschland legal ist. Hier gibt es praxiserprobtes Grow-Wissen: was wirklich funktioniert und welche Fehler du dir sparen kannst. Ehrlich aus dem Zelt, ohne Mythen.

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