Septoria zeigt sich als kleine, fast kreisrunde gelbe bis braune Flecken (1,5–6,5 mm) mit dunklem Rand und winzigen schwarzen Pünktchen in der Mitte – zuerst auf den unteren Blättern und meist zu Beginn der Blüte. Das ist ein Pilz, kein Nährstoffmangel. Befallene Blätter sofort entfernen, die Luftfeuchte unter 50 % drücken und die Luftbewegung erhöhen – damit stoppst du die Ausbreitung.
Woran du Septoria sicher erkennst
Septoria (auch Blattseptoriose oder Blattfleckenkrankheit genannt) ist eine Pilzinfektion, die von einem klaren Muster begleitet wird. Die Flecken sind auffällig gleichmäßig und rund, wie kleine Kreise, und haben oft einen dunkleren Rand. Im Zentrum sitzen winzige schwarze Pünktchen – das sind die Fruchtkörper (Pyknidien) des Pilzes, in denen die Sporen stecken. Genau dieses Detail unterscheidet Septoria von fast allem anderen.
Typisch ist auch der Verlauf: Der Befall startet unten an der Pflanze und wandert nach oben. Anfangs gelb, werden die Flecken braun, wachsen zusammen und das Blatt stirbt ab. Bei feuchtwarmem Klima (rund 20–25 °C, hohe Luftfeuchte) geht das schnell.
Septoria oder doch Kalziummangel?
Das ist die häufigste Verwechslung, weil beide gelbe Stellen machen. Der Unterschied ist aber eindeutig, wenn du genau hinsiehst:
| Merkmal | Septoria (Pilz) | Kalziummangel |
|---|---|---|
| Fleckenform | kleine, runde Flecken mit dunklem Rand | unregelmäßige, fleckige Aufhellung |
| Schwarze Pünktchen im Fleck | ja (Pilz-Fruchtkörper) | nein |
| Start | untere Blätter, wandert hoch | eher neue/obere Blätter, Blattränder |
| Ausbreitung | ansteckend, breitet sich aus | nicht ansteckend |
Beim letzten Zelt-Grow hielt ich die ersten Flecken an einem unteren Fächerblatt kurz für Kalziummangel und wollte schon die Nährlösung anpassen. Unter der Lupe sah ich dann die typischen schwarzen Pünktchen mitten im Fleck – die macht ein Nährstoffmangel nie. Damit war klar: Pilz, kein Dünger-Problem. Eine kleine Taschenlupe gehört seitdem zum Kontrollgang dazu.
Auch von Spinnmilben-Sprenkeln (winzige, unregelmäßige Punkte plus Gespinst auf der Blattunterseite) und von Lichtbrand (nur an den lichtnächsten oberen Blättern) lässt sich Septoria so abgrenzen.
Schritt für Schritt: Septoria im Zelt stoppen
Septoria lässt sich nicht „wegheilen“ – du entfernst befallenes Gewebe und nimmst dem Pilz die feuchten Bedingungen, die er zum Wachsen braucht. Geh in dieser Reihenfolge vor:
- Befallene Blätter sofort abschneiden. Jedes Blatt mit Flecken kommt ab – mit einer sauberen Schere, und die Blätter wandern direkt in einen Beutel, nicht auf den Zeltboden. Jeder Fleck ist eine Sporenquelle.
- Luftfeuchte runter. Ziel in der Blüte: unter 50 %, lieber Richtung 45 %. Entfeuchter rein oder Abluft höher stellen. Hohe Luftfeuchte ist der wichtigste Treiber.
- Luftbewegung erhöhen. Ein zusätzlicher Umluftventilator sorgt dafür, dass die Blätter abtrocknen. Stehende, feuchte Luft zwischen dichtem Laub ist die ideale Pilz-Umgebung.
- Unten ausdünnen. Dichtes Bodenlaub vorsichtig entlauben, damit Luft durch den Bestand zieht und nichts mehr den Boden berührt.
- Boden sauber halten. Abgefallene Blätter und Pflanzenreste von der Topfoberfläche entfernen – dort überdauern Sporen.
- Wenn nötig, behandeln. In der Vegetationsphase wirken Präparate auf Kupferbasis vorbeugend, Anwendung etwa alle 7–10 Tage. In der Blüte nicht auf die Buds sprühen – weder Kupfer noch Neemöl gehören an die Blüten, das verdirbt Aroma und Rauch.
Wenn die Flecken trotzdem zurückkommen
Tauchen nach dem Aufräumen neue Flecken auf, liegt es fast immer an einer der folgenden Ursachen:
- Luftfeuchte bleibt zu hoch. Miss mit einem Hygrometer auf Blatthöhe, nicht oben im Zelt. Oft ist es im Bestand feuchter, als das Messgerät weiter weg anzeigt.
- Sporen sind noch im Zelt. Reste am Boden, an Schnüren oder am Zeltstoff. Nach einem Befall hilft gründliches Auswischen vor dem nächsten Grow.
- Pflanze ist geschwächt. Ein Stickstoffmangel macht das Laub anfälliger. Eine vitale, ausgewogen versorgte Pflanze steckt den Pilz besser weg.
- Blätter bleiben nass. Sprühen am Abend oder Wasser auf den Blättern gibt den Sporen genau die Nässe, die sie zum Keimen brauchen – von oben gießen vermeiden.
Warum Septoria überhaupt entsteht
Hinter der Krankheit steckt ein Pilz (Gattung Septoria), dessen Sporen über Wasserspritzer, Werkzeug oder Luftbewegung von Blatt zu Blatt gelangen. Draußen überdauern sie den Winter in altem Laub und befallen die Pflanzen in der warmen, feuchten Jahreszeit – im Zelt schleppst du sie über Erde, Stecklinge oder Reste vom letzten Grow ein.
Zum Keimen brauchen die Sporen eines: Feuchtigkeit auf der Blattoberfläche plus Wärme. Deshalb trifft Septoria so oft den Übergang in die Blüte, wenn der Bestand dicht ist, die Luft schlechter zirkuliert und die Luftfeuchte steigt. Wer Klima und Hygiene im Griff hat, nimmt dem Pilz die Grundlage – das ist wirksamer als jedes Fungizid hinterher.
Häufige Fragen
Kann ich Buds von einer mit Septoria befallenen Pflanze noch rauchen?
Leicht befallene Pflanzen lassen sich oft bis zur Ernte bringen, wenn du betroffene Blätter entfernst und das Klima in den Griff bekommst. Schimmlige oder stark verfärbte Buds gehören aber aussortiert – nur saubere, gut getrocknete Blüten kommen in die Curing-Gläser.
Geht Septoria von selbst wieder weg?
Nein. Solange Feuchtigkeit und Wärme stimmen, breitet sich der Pilz weiter aus. Du musst befallene Blätter entfernen und die Bedingungen ändern – vor allem die Luftfeuchte senken und die Luftzirkulation erhöhen, sonst wandert der Befall nach oben.
Wie unterscheide ich Septoria von Kalziummangel?
Septoria macht kleine, runde Flecken mit dunklem Rand und winzigen schwarzen Pünktchen in der Mitte, beginnend unten an der Pflanze. Kalziummangel zeigt eher unregelmäßige Aufhellungen ohne diese Pünktchen und ist nicht ansteckend. Eine Lupe schafft Klarheit.
Welche Luftfeuchte verhindert Septoria in der Blüte?
In der Blüte solltest du die relative Luftfeuchte unter 50 % halten, idealerweise Richtung 45 %. Gemessen wird auf Blatthöhe im Bestand, nicht oben im Zelt – dort ist es oft trockener, als es im dichten Laub tatsächlich ist.
Hilft Neemöl gegen Septoria?
Neemöl und kupferbasierte Mittel können vorbeugend in der Vegetationsphase helfen. In der Blüte solltest du sie nicht auf die Buds sprühen, weil das Aroma und Rauch verdirbt. Klima und Hygiene sind ohnehin wirksamer als jedes Spritzmittel.




