Cannabis trocknen: 18–21 °C, 50–60 % und 7–14 Tage

Cannabisblüten hängen kopfüber zum Trocknen an einer Leine im abgedunkelten Trockenzelt, im Vordergrund ein Hygrometer

Cannabis trocknest du am besten bei 18–21 °C und 50–60 % Luftfeuchtigkeit – dunkel, mit sanfter, indirekter Luftbewegung. Unter diesen Bedingungen sind die Blüten nach 7 bis 14 Tagen fertig, erkennbar daran, dass dünne Stiele beim Biegen knacken statt sich nur zu beugen. Zu warm und trocken zerstört Aroma und Wirkung, zu feucht riskiert Schimmel.

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Die richtigen Werte auf einen Blick

Die Trocknung ist der Schritt, an dem die meisten Wochen Arbeit verschenkt werden. Drei Stellschrauben entscheiden über das Ergebnis: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die Zeit, die sich daraus ergibt.

TemperaturbereichLuftfeuchteDauerErgebnis
15–17 °C55–60 %10–14 Tagesehr schonend, maximales Aroma
18–21 °C50–60 %7–10 Tageidealer Kompromiss
22–25 °C45–50 %4–6 Tageschnell, deutlich weniger Aroma

Über 25 °C entweichen die flüchtigen Terpene, die für Geschmack und Geruch sorgen, und die Blüten trocknen außen hart, während sie innen noch feucht sind. Mein Zielkorridor im Zelt sind stabile 20 °C bei rund 55 % relativer Luftfeuchte – langsam genug für volles Aroma, trocken genug, um Schimmel keine Chance zu geben.

Woran erkenne ich, dass die Blüten trocken sind?

Der zuverlässigste Test ist der Stiel-Knick-Test: Biege einen dünnen Seitenzweig. Knackt er hörbar und bricht fast durch, ist die Trocknung weit genug. Beugt er sich nur lautlos mit, sind die Blüten innen noch feucht. Dickere Hauptäste dürfen ruhig etwas elastisch bleiben – die Restfeuchte gleicht sich im anschließenden Curing aus.

Ergänzend hilft das Gefühl: Die Blütenoberfläche fühlt sich trocken und leicht knisternd an, die Buds wirken spürbar leichter als frisch geschnitten. Wer es genau will, misst die Wasseraktivität (aw): Der Zielwert liegt bei 0,55–0,65 aw. Darunter wird es trocken und brüchig, darüber droht Schimmel.

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Schritt für Schritt richtig trocknen

  1. Raum vorbereiten: Dunkler, gut belüfteter Raum oder ein leeres Growzelt. Stelle ein Hygrometer/Thermometer auf 18–21 °C und 50–60 % rF ein. Bei Bedarf einen kleinen Luftbefeuchter oder -entfeuchter dazustellen.
  2. Aufhängen oder ablegen: Ganze Zweige kopfüber an eine Leine hängen oder einzelne Buds auf ein Trockennetz legen. Genug Abstand lassen, damit Luft zirkulieren kann und sich nichts berührt.
  3. Luft bewegen, nicht anblasen: Ein kleiner Ventilator hält die Luft in Bewegung, aber niemals direkt auf die Blüten gerichtet – sonst trocknet die Außenhaut zu schnell.
  4. Dunkel halten: Licht baut Cannabinoide und Terpene ab. Zelt schließen oder den Raum abdunkeln.
  5. Täglich kontrollieren: Einmal pro Tag Luftfeuchte und Temperatur prüfen, Blüten vorsichtig befühlen und auf muffigen Geruch oder graue Stellen achten.
  6. Stiel-Knick-Test ab Tag 6: Sobald dünne Stiele knacken, ist die Trocknung abgeschlossen – meist nach 7 bis 14 Tagen, je nach Budgröße und Klima.
  7. Ins Curing übergeben: Direkt im Anschluss die Blüten in luftdichte Gläser füllen und mit dem Aushärten (Curing) starten.

Wenn das Trocknen nicht klappt

Drei Probleme tauchen immer wieder auf – und jedes hat eine klare Gegenmaßnahme:

  • Zu schnell getrocknet (Heugeruch): Riechen die Buds nach frisch gemähtem Gras oder schmecken kratzig, ging es zu warm oder zu trocken zu schnell. Gegenmittel: Temperatur senken, Luftfeuchte erhöhen, langsamer arbeiten. Ein gründliches Curing kann das teils noch retten.
  • Zu langsam / zu feucht (Schimmel): Bleibt die Luftfeuchte über 60 % und die Blüten dicht gepackt, bildet sich muffiger Geruch und grau-weißer Belag (Budrot). Befallene Stellen sofort entfernen, Luftfeuchte auf rund 50 % drücken, Abstände vergrößern.
  • Außen trocken, innen feucht: Klassisches Zeichen für direkten Luftstrom oder zu hohe Temperatur. Ventilator umlenken, Temperatur auf 18–20 °C senken – die Feuchte gleicht sich dann von innen nach außen aus.

Aus eigener Erfahrung der teuerste Anfängerfehler: Meine erste Ernte hängte ich im Winter in einem warmen Zimmer nahe der Heizung auf, gut 24 °C und sehr trockene Luft. Nach drei Tagen waren die Buds knochentrocken – und der Rauch schmeckte hart und heuig, weil das Chlorophyll keine Zeit zum Abbau hatte. Seitdem trockne ich konsequent langsam bei 18–20 °C im abgedunkelten Zelt.

Warum sollte man Cannabis langsam trocknen?

Beim Trocknen verliert die Blüte rund 70–75 % ihres Gewichts an Wasser. Geschieht das zu schnell, schließt die Außenhaut ein und das eingelagerte Chlorophyll wird nicht abgebaut – genau dieses Chlorophyll verursacht den grasigen, kratzigen Geschmack. Eine langsame Trocknung gibt Enzymen Zeit, Chlorophyll, Stärke und Zucker abzubauen, wodurch das Aroma weicher und voller wird.

Gleichzeitig sind Terpene – die Duft- und Geschmacksstoffe – sehr flüchtig und verdampfen bei Wärme. Jedes Grad über 25 °C kostet Aroma. Die Kunst liegt also darin, langsam genug für volle Aromaentwicklung, aber trocken genug gegen Schimmel zu arbeiten. Genau dieses Gleichgewicht macht 18–21 °C bei 50–60 % zur bewährten Faustregel.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert das Trocknen von Cannabis?

Bei 18–21 °C und 50–60 % Luftfeuchtigkeit sind die Blüten nach 7 bis 14 Tagen fertig. Kühler und feuchter dauert es länger (bis 14 Tage), wärmer geht schneller, kostet aber Aroma.

Welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind ideal?

Optimal sind 18–21 °C bei 50–60 % relativer Luftfeuchte. Über 25 °C verdampfen Terpene und der Geschmack leidet, über 60 % rF steigt das Schimmelrisiko.

Woran erkenne ich, dass die Blüten trocken sind?

Am Stiel-Knick-Test: Dünne Seitenzweige knacken beim Biegen hörbar, statt sich nur lautlos mitzubiegen. Dickere Äste dürfen noch leicht elastisch sein – die Restfeuchte gleicht das Curing aus.

Was passiert bei zu schnellem Trocknen?

Die Außenhaut schließt ein und Chlorophyll wird nicht abgebaut. Folge ist ein grasiger, kratziger Heugeruch und harter Rauch. Außerdem entweichen flüchtige Terpene, das Aroma geht verloren.

Muss ich nach dem Trocknen noch curen?

Ja. Nach der Trocknung kommen die Blüten in luftdichte Gläser bei 58–62 % rF und werden mindestens 3–4 Wochen ausgehärtet (Curing). Erst das entfaltet das volle Aroma und glättet den Rauch.

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Marcel Meyer
# wer schreibt hier

Marcel Meyer

Zieht seine Pflanzen selbst — indoor im Growzelt, seit der Eigenanbau in Deutschland legal ist. Hier gibt es praxiserprobtes Grow-Wissen: was wirklich funktioniert und welche Fehler du dir sparen kannst. Ehrlich aus dem Zelt, ohne Mythen.

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