Cannabis braucht in der Wachstumsphase viel Stickstoff (N), in der Blüte dagegen mehr Phosphor (P) und Kalium (K). Praktisch heißt das: in der Veg ein N-betontes Verhältnis um 3-1-2 geben, nach dem Umschalten auf 12/12 zügig auf etwa 1-3-2 wechseln und in der Spätblüte Richtung 0-3-3 gehen — Stickstoff die letzten zwei bis drei Wochen ganz weglassen. Dosiert wird nach EC-Wert, nicht nach Gefühl.
Was die drei Zahlen auf dem Dünger bedeuten
NPK ist die Kurzform für die drei Hauptnährstoffe: N = Stickstoff, P = Phosphor, K = Kalium (das chemische Zeichen für Kalium ist K). Die drei Zahlen auf jeder Flasche — etwa „7-4-10″ — geben das Verhältnis dieser Nährstoffe zueinander an. Nicht die absolute Menge ist entscheidend, sondern welcher der drei gerade vorne liegt.
- Stickstoff (N) treibt Blatt- und Triebwachstum und steckt im Blattgrün (Chlorophyll). Er ist im Saftstrom mobil: Bei Mangel holt die Pflanze ihn aus den ältesten Blättern, deshalb vergilben die unteren Blätter zuerst.
- Phosphor (P) steuert Wurzelbildung, Energietransport und den Ansatz der Blüten. Ab dem Übergang in die Blüte steigt der Bedarf deutlich.
- Kalium (K) regelt den Wasserhaushalt, stabilisiert die Zellen und bestimmt mit, wie dicht und schwer die Buds werden.
Dazu kommen Sekundär- und Mikronährstoffe wie Calcium und Magnesium (oft als „CalMag“ verkauft). Die stehen nicht auf der NPK-Zahl, fehlen aber gern in Coco oder bei sehr weichem Wasser — dann zeigen sich Mangelbilder trotz vollem Dünger.
Veg vs. Blüte: welches Verhältnis wann
Die Pflanze hat in jeder Phase einen anderen Hunger. Grob lässt sich der Verlauf so zusammenfassen — die EC-Werte sind Richtwerte für Erde/Coco, taste dich von der unteren Grenze heran:
| Phase | NPK-Tendenz | EC-Richtwert |
|---|---|---|
| Sämling / Steckling | kaum düngen | 0,5–0,8 |
| Vegetation | N-betont, z. B. 3-1-2 (in vorgedüngter Erde reicht oft 1-1-1) | 1,2–1,8 |
| Frühe Blüte (Wo. 1–3) | Umschwenken auf P/K, z. B. 1-3-2 | 1,4–1,8 |
| Mittel-/Spätblüte (ab Wo. 4) | viel P/K, wenig N — z. B. 4-7-10 | 1,8–2,0 |
| Letzte 2–3 Wochen / Spülen | kein N, oft nur Wasser | fallend |
Wer einen fertigen Zweikomponenten-Dünger („Grow“ und „Bloom“) nutzt, muss die Zahlen nicht selbst mischen — die Hersteller haben das Verhältnis bereits hinterlegt. Wichtig ist nur, nach dem Flip auch wirklich auf den Bloom-Dünger umzustellen.
Schritt für Schritt richtig dosieren
- pH zuerst einstellen. In Erde gehört der Gießwasser-pH auf 6,0–6,5, in Coco und Hydro auf 5,5–6,0. Stimmt der pH nicht, kann die Wurzel Nährstoffe nicht aufnehmen — du düngst dann gegen eine Wand (Lockout).
- EC des Ausgangswassers messen. Leitungswasser bringt oft schon 0,3–0,5 EC mit. Diesen Wert vom Zielwert abziehen, sonst überdüngst du rechnerisch.
- Mit halber Herstellerdosis starten. Die Angaben auf der Flasche sind meist großzügig. Lieber unten anfangen und beobachten.
- Nach dem Flip (12/12) umstellen. Sobald die Streckung beginnt, Schritt für Schritt vom Grow- auf den Bloom-Dünger wechseln.
- EC und Pflanze gemeinsam lesen. Sattes Grün und kräftiger Zuwachs heißt: Dosis passt. Erst steigern, wenn die Pflanze mehr verlangt.
- Zum Ende N rausnehmen. Die letzten zwei bis drei Wochen Stickstoff weglassen bzw. mit klarem (pH-korrektem) Wasser spülen.
Wenn die Pflanze nicht mitspielt
Über- und Unterdüngung sehen unterschiedlich aus — und beide werden gern verwechselt.
Überdüngung ist der häufigere und unangenehmere Fall: sehr dunkelgrüne, glänzende Blätter, deren Spitzen sich nach unten krallen („the claw“), dazu verbrannte, braune Blattspitzen und -ränder. Gegenmittel: Dosis sofort zurückfahren und mit reichlich pH-korrektem Wasser spülen. Beim letzten Grow habe ich meinen stickstoffreichen Veg-Dünger zu lange in die Blüte mitgeschleppt — die oberen Blätter wurden tiefdunkel und krallten ein, die Buds setzten spät und zaghaft an. Seitdem stelle ich direkt nach dem Flip konsequent auf den Bloom-Dünger um.
Unterdüngung zeigt sich als gleichmäßiges Vergilben der unteren, älteren Blätter — der klassische Stickstoffmangel. Hier die Dosis vorsichtig erhöhen. Achtung bei der Diagnose: Ein Magnesiummangel hellt eher zwischen den Blattadern auf, während das Blattgewebe an den Adern länger grün bleibt — das ist ein anderer Fall und braucht CalMag statt mehr NPK. Erst genau hinsehen, dann nachdüngen.
Warum braucht die Blüte weniger Stickstoff?
In der Wachstumsphase baut die Pflanze Blattmasse und Struktur auf — dafür ist Stickstoff der Motor. Mit dem Wechsel auf 12 Stunden Dunkelheit schaltet sie auf Fortpflanzung um und steckt ihre Energie in Knospen statt in Blätter. Jetzt zählen Phosphor und Kalium für Blütenansatz, Energietransport und Buddichte.
Zu viel Stickstoff in der Blüte bremst genau das: Die Pflanze macht weiter Blatt statt Blüte, und eingelagerte Nährstoffreste sorgen später für einen kratzigen, „grünen“ Rauch. Genau deshalb fährt man N zum Ende hin auf null und spült die Reststoffe aus — der Geschmack dankt es dir.
Häufige Fragen
Was bedeutet NPK beim Cannabisdünger?
NPK steht für die drei Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Die drei Zahlen auf der Flasche geben das Verhältnis dieser Nährstoffe zueinander an – sie zeigen, welcher Nährstoff gerade überwiegt.
Welches NPK-Verhältnis braucht Cannabis in der Wachstumsphase?
In der Vegetationsphase ist ein stickstoffbetontes Verhältnis um 3-1-2 ideal, weil die Pflanze Blattmasse aufbaut. In bereits vorgedüngter Erde reicht oft ein ausgewogenes 1-1-1, um eine Überdüngung zu vermeiden.
Welches NPK-Verhältnis braucht Cannabis in der Blüte?
In der Blüte steigt der Bedarf an Phosphor und Kalium. Früh etwa 1-3-2, in der Spätblüte Richtung 0-3-3 mit viel PK und wenig Stickstoff. Die letzten zwei bis drei Wochen lässt man N ganz weg.
Welcher EC-Wert ist beim Cannabis richtig?
Richtwerte für Erde und Coco: Sämling 0,5–0,8, Vegetation 1,2–1,8 und Blüte 1,8–2,0. Den EC-Wert des Ausgangswassers mitrechnen und sich langsam von der unteren Grenze herantasten.
Was tun bei Überdüngung?
Anzeichen sind dunkelgrüne, nach unten gekrallte Blätter und verbrannte Spitzen. Dosis sofort reduzieren und mit reichlich pH-korrektem Wasser spülen. Überdüngung ist schwerer zu beheben als Unterdüngung, deshalb lieber zu niedrig dosieren.




